In Vorbereitungen…

Normalerweise packe ich frühestens vierundzwanzig Stunden vor Abflug. Doch diesmal ist es anders. Zwei Wochen Buenos Aires werden zwar logistisch ein Klacks, ansonsten aber vermutlich eher anspruchsvoll.

 

Nennen wir es Urlaub, Tangourlaub. In meiner grenzenlosen Selbstüberschätzung hab ich die Reise bereits im Frühjahr gebucht, bezahlt, fix gemacht. Nach nicht mal vier Wochen Praxis dachte ich mir damals: oooch , bis zum Herbst geht das schon, von blutigstem Anfängerniveau auf nicht mehr Anfänger… Und wenn von Argentinien retour, dann ja mindestens ziemlich fortgeschritten, eh klar!

 

Ja logisch.

 

Die Praxis sieht auch nach fünf Monaten Tango noch ganz anders aus. Tangolehrer Thomas predigt mir einmal pro Woche, ich möge doch erst mal die einfachen Dinge lernen – das Gehen zum Beispiel. Er findet an jedem einzelnen Schritt etwas auszusetzen – ich übrigens auch. Wie kann etwas so schwierig sein, das so einfach aussieht, noch dazu, wenn man in seinem Inneren spürt, wie es sich anfühlen sollte und es trotzdem nicht hinbekommt? Körperbewußtsein, Achse, Schritt. Theoretisch alles im Kopf, nur die Beine sind der Spielverderber. Schweinebeine, ich werd euch Beine machen!

 

Was hab ich mir da aufgehalst? Doch ich hab mich selten so sehr für etwas begeistert, so sehr in etwas verbissen, wie in den Argentinischen Tango. Und wenn es einmal soweit kommt, dann lasse ich nicht mehr los.

 

Abgesehen davon sehe ich nach wie vor überhaupt nicht ein, warum die zehn Jahre Lehr- und Übungszeit, die fast jeder dafür braucht, auch für mich gelten sollten. Aber hallo, wie komme ich denn dazu? Nicht mit mir! Geduld war schließlich von jeher eine meiner Stärken, Hartnäckigkeit aber auch. Also Turbo einschalten. Also Argentinien. Buenos Aires, ich komme … zwei Wochen Tango-Bootcamp! Die Guten überleben das. Und sollte zwischen Einzelstunden, Workshops und Milongas noch etwas Zeit übrig sein, werd ich euch von Buenos Aires erzählen. Wie es so ist in der Hauptstadt des Tangos. Glaubt mir, es zu lesen wird unterhaltsamer, als mir beim Tango zuzusehen!

 

Bis dahin laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Von zwei/drei Mal pro Woche hochgeschraubt auf vier/fünf Mal ab September. Einen simplen Schritt, den würde ich doch gerne schon beherrschen vor Abflug. Vielleicht sogar zwei, einen linken und einen rechten. Um nicht ein von Anfängerspuren allzu blutiges Parkett zu hinterlassen beim Gehen .